Die Social-Media-Kolumne mit @luebue, Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Digitale Strategie, achtung! +++
Seit ich Unternehmen und Marken rund um Social Media berate, wird mir immer wieder die Frage gestellt, wer denn am besten geeignet sei, sie in die Social Media zu begleiten: PR, Werbung, die Onlineagentur oder gar die Mediaagentur? Und abgesehen davon, dass es mir immer etwas - hmmm - merkwürdig vorkommt, dass ich eventuell jemanden aus einer anderen Disziplin empfehlen sollte oder ich selbst allzu sehr pro domo argumentieren müsste, bin ich mehr und mehr von der Frage selbst irritiert.
Denn einerseits gibt es darauf keine eineindeutige Antwort (warum ich froh bin, dass ich nun in einer Agentur bin, in der ich mit drei dieser vier Disziplinen arbeiten kann, je nachdem, wo ein konkretes Projekt in den Social Media gut aufgehoben ist, denn das kommt ja drauf an). Und andererseits ist es eben nicht in erster Linie eine Frage der ausführenden Agentur, sondern mehr noch eine Frage der eigenen Kultur im Unternehmen und in der Kommunikation. Der großartige David Armano hat dazu Ende letzten Jahres eine wunderbare Kolumne für die Harvard Business Review geschrieben: Do You Live Social?. Ich stimme ihm zu. Und darum auch von mir noch mal - sozusagen zum Jahresauftakt - ein paar Worte dazu.
Denn es ist (sagte ich das?) egal, welches Gewerk es macht - wenn es denn mehr ist als die reine Verlängerung einer Kampagne. Und wenn es gelebt wird. Also wirklich gelebt. Manches von dem, was David schreibt, erinnert mich an die wunderbar polemischen 25 Punkte von Peter Shankman aus dem letzten Juli, woran man die Scharlatane der Branche erkenne (mein absoluter Liebling: 17. Their lead social media strategist is „this kid we picked up after his internship ended.“)
Die Frage ist also nicht, welche Agentur es macht (sagte ich das schon?), sondern ob der oder die Verantwortliche Erfahrung hat, „social“ lebt und arbeitet - und mehr vorzuweisen hat, als eine lupenreine Kommunikationsbranchenkarriere. Diese Kräfte im Unternehmen und in den Agenturen zu bündeln, ist so verdammt wichtig (und wird so oft in den Grabenkämpfen zwischen den beteiligten Abteilungen und Agenturen vergessen). Denn obwohl immer wieder zu lesen ist, dass Social Media irgendwie Mainstream oder so was sei, ist es das eben noch lange nicht. Wer heute damit anfängt, auch mit kleinen Schritten, ist wirklich noch nicht spät dran (außer er wäre eine Newcomerband oder so was).
Wer heute anfängt, kann mit kleinen und mittelgroßen Schritten beginnen und sollte, bitte, bitte, bitte, alle Erfahrungen aus Beratung, Umsetzung und aus dem Leben nutzen, die er bekommen kann. Und mal ganz ehrlich: Wenn jemand in einer Werbe- oder Mediaagentur WIRKLICH Social Media versteht und „social lebt“, dann wird er oder sie sich auch mit den PRlern und Onlinern, für das gilt, verstehen. Denn am Ende (ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hab) ist es ja doch egal, welcher Partner dann da „im Lead“ ist, wie wir Agenturen sagen. So lange er oder sie, wie sagt man gleich? „social lebt“.
12.1.2010
Schreiben Sie einen Kommentar
Bitte beachten Sie, dass Kommentare erst durch einen Moderator freigegeben werden müssen. Daher können Sie Ihren Kommentar nicht sofort sehen.