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Stresstest für die eigene Kommunikation

Mirko Kaminski, CEO von achtung! sowie ehemaliger Radio-Reporter und Pressesprecher der Citibank, über die Wichtigkeit von Medientrainings – gerade jetzt

studio1Meistens werden Medientrainings als Coaching für einen besseren Auftritt vor der TV-Kamera gesehen. Aber das sind sie nicht. Ich betrachte Medientrainings eher als Stresstest für die Unternehmens- und Markenkommunikation. So lege ich sie seit 10 Jahren immer an, wenn ich Vorstände, Geschäftsführer, Marketing- und PR-Leiter sowie Pressesprecher im gleißenden Scheinwerferlicht von TV-Studios in Hamburg, Berlin oder Düsseldorf trainiere. Und es deckt sich mit den Erfahrungen, die ich davor als Journalist beim Halten des Mikrofons und als Pressesprecher im Stress des Interviews gemacht habe.

Auf die vorab fein formulierten Kernbotschaften, auf die am Schreibtisch detailliert entwickelten Vergleiche und Bilder wird vor laufender Kamera massiver Druck ausgeübt. Sie werden auf Solidität und Haltbarkeit geprüft wie Haushaltsgeräte durch den TÜV. Die Scheinwerfer blenden. Die Kamera sorgt durch ihre bloße Anwesenheit für Schweiß auf der Stirn. Die Hitze im Studio ist unerträglich. Der Interviewer stochert unbarmherzig in den gegebenen Antworten, unterstellt frech Brisantes, fragt kritisch nach.

In diesem Moment zeigt sich, ob die Botschaften aus dem Kommunikationskonzept oder die Formulierungen aus der vorbereiteten Fragen-&-Antworten-Liste robust genug sind, ob sie dem kritischen Dialog standhalten. Oft zeigt sich: Was sich auf den Slides der Präsentation noch sehr gut las und im Konferenzraum gelobt wurde, funktioniert nicht im echten Dialog, ja wird sogar auseinandergenommen und in der Luft zerfetzt.

studio_kameraNach diesem Stresstest für die Kommunikation weiß der Trainierte, worauf er künftig achten und welche Mechaniken er nutzen sollte, um überzeugender zu wirken und seine Botschaften besser zu vermitteln. Genauso wichtig ist aber, dass unter realitätsnahen Studiobedingungen herausgearbeitet wird, welche Botschaften und Behauptungen optimiert werden müssen und robuster zu gestalten sind.

Der Monolog einer Marke via TV-Spots oder Anzeigen war gestern. Heute wird Marken- und Produktkommunikation mehr und mehr zum Dialog. In den sozialen Netzen ist diese Kraft der vernetzten Gespräche offenkundig. Menschen sprechen über Marken und richten Fragen an sie. Im Austausch der Konsumenten untereinander und im Dialog mit Marken treffen die Aussagen und Versprechen von Marken auf Skepsis und auf Wachsamkeit.

Die Kommunikation des Unternehmens bzw. der Marke muss daher generell dialog- und kritikfest sein – auch „außerhalb“ der sozialen Netze. Wer zum Beispiel in seiner TV-Werbung verspricht, was er nicht halten kann, wird entlarvt. Anders als früher erreichen die Kritiker über Verbraucherforen, Blogs oder Facebook heute eine sehr große Zahl an Zuhörern und Lesern – der Schaden für das Unternehmen kann erheblich sein.

Das Kameratraining – auf den ersten Blick vielleicht „old school“– hat daher gerade jetzt eine besondere Funktion. Es dient als Lackmustest: Schafft es der Protagonist eines Unternehmens bzw. einer Marke, mit klaren Aussagen zu überzeugen und anhand verständlicher Vergleiche wichtige Botschaften zu vermitteln?

Versagen hier die Inhalte, muss erneut an ihnen gearbeitet werden. Erst wenn sie wirklich funktionieren, sollten sie im „echten Dialog da draußen“, in der Kommunikation, eingesetzt werden.

Kameratrainings sollten daher nicht nur für Vorstände und Geschäftsführer regelmäßig und selbstverständlich sein. Gerade Pressesprecher, aber auch Vertriebsleiter und Marketingdirektoren können sie nutzen, um überzeugender zu sein. Und um die Kernaussagen zum Unternehmen, zur Marke, zum Produkt einem Test zu unterziehen und sie anschließend besser machen zu können.


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Anruf (040 / 450 210 50) oder E-Mail (info@achtung.de) genügen.




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