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06.07.2009 - Google ist deine Homepage (noch)

Eine Nadel im Heuhaufen: Die eigene Homepage. achtung! berater Bastian Scherbeck über Google und die Bedeutung von Social Search.

Ende März 2009 gab es laut DENIC bereits über 12,5 Mio. registrierte .de Domains - darunter natürlich auch die deutschen Domains unzähliger Unternehmen. Laut Nielsen Online besucht der durchschnittliche deutsche Internet-User im Monat  jedoch gerade einmal 81 verschiedene Domains. Man kann sich ausrechnen, wie groß die Chance ist, dass eine bestimmte Unternehmens-Domain immer wieder dazugehört.

Und trotzdem: Die Unternehmen pflegen ihre Homepages/Websites. Sie kümmern sich um Content und Layout, halten die dort sichtbaren Informationen aktuell und erhöhen die Sichtbarkeit von Homepage und Website (hoffentlich) durch klassische SEO- und SEA-Maßnahmen: Der lange rote Faden an der Nadel, der bis zur Spitze des Heuhaufens reicht. Wer richtig sucht, der findet dann auch - für ein paar tausend Visits und Page Impressions wird es schon reichen.

Apropos Suche

Denn: Fast immer führt der Weg zur Homepage über die Suche: Laut Nielsens im März 2009 erschienenem “Global Faces and Networked Places“-Report erreichen Suchmaschinen “weltweit” (manchmal ist die Welt klein …)  85,9% aller User:

Quelle: Nielsen Online, Global Faces and Networked Places

Und in Deutschland gibt es (noch stärker ausgeprägt als in anderen Ländern dieser Welt) nur eine einzige Suchmaschine von Relevanz: Google. Mit einem Marktanteil von knapp 93% (webhits 2008) können wir in Deutschland andere klassische Suchmaschinen getrost vernachlässigen. Und das bedeutet?

Google ist Deine Homepage!

Wenn davon auszugehen ist, dass die Mehrzahl der Besucher jeder Website momentan von einer Suchmaschine den Weg zur Domain findet (Laut TGI beginnen in Europa 87% aller Online-Aktivitäten mit der Suche) und Google in Deutschland den genannten Marktanteil weiterhin hält, dann ist - zumindest für den Moment - Google faktisch die Homepage jedes Unternehmens. Von hier finden die User zur Unternehmens-Website - oder eben auch nicht. Dies unterstreicht zum einen die Relevanz von SEO und SEA: Es gilt die Sichtbarkeit der Unternehmenswebsite auf der “Homepage” Google bei den relevanten Schlagworten zu erhöhen. Zum anderen heisst es im Jahre 2009 jedoch: Umdenken! In Zeiten des immer stärker werdenden User Generated Contents lassen sich Informationen über ein Unternehmen, seine Marken und seine Produkte schon lange nicht mehr nur auf der Unternehmenswebsite finden: In Blogs und Foren, auf Bewertungsportalen und in Social Networks, auf Video- und Audioportalen äußern sich Fans und Kritiker mit oft deutlichen Worten über Unternehmen, Marke und Produkte. Egal, wie viel Geld ihr Unternehmen für SEO und SEA ausgibt: Die Stimmen der User werden - aufgrund ihrer extremen Vernetzung und der schieren Menge und Regelmäßigkeit neu veröffentlichter Meinungen - nicht mehr in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Suchergebnisseite versinken: Sie beeinflussen damit deutlich das öffentliche Bild jedes Unternehmens. Dabei haben sie gegenüber den offiziellen Informationsquellen der Unternehmen einen deutlichen Vorteil: ihnen wird vertraut! (Siehe Edelman Trust Barometer 2009).

Vergiss Deine Unternehmenswebsite!

- zumindest für den Moment. Es gilt, sich Gedanken über die tatsächliche Homepage eines jeden Unternehmens (Google!) und die Vertrauensvorteile des User Generated Contents zu machen: Wie kann ein Unternehmen die eben gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um an dem auf unzähligen Websites kommunizierten und im Online-Dialog immer wieder neu definierten öffentlichen Bild von Unternehmen, Marken und Produkten mitzuarbeiten?

Das Stichwort heisst: Social Search

Will man das immer deutlicher auch durch die Social Media geprägte und dann über Google wahrgenommene Bild von Unternehmen, Marken und Produkten aktiv mitgestalten, gibt es nur eine Möglichkeit: Das aktive Engagement in den für das Unternehmen relevanten Social Media. Denn: Nur wer sich transparent und langfristig in den Online-Communities engagiert, mit den Dialogpartnern auf Augenhöhe diskutiert und aktiv Mehrwert in die Community trägt, wird von seinen Gesprächspartnern ernst genommen: Die unbedingte Voraussetzung zur Mitgestaltung der Unternehmens-/Marken-/Produktwahrnehmung im Netz bzw. auf google.de

Die Zukunft: If the news is important, it will find me

Die Relevanz von Google für die Unternehmenskommunikation wird auch in Zukunft nicht zu unterschätzen sein. Trotzdem gilt es einen weiteren Faktor zu beachten: Die zunehmende Relevanz der Informationsübermittlung über Social Networks. Gerade auch in Deutschland ist die Nutzung der Social Media auf dem Vormarsch - hier aufgezeigt am Beispiel der “Member Community Websites”:

Nielsen Online

Konkret bedeutet dies: Je stärker die Nutzung der Social Media wächst (und je höher damit der Anteil der Social Media an der gesamten Online-Zeit der Nutzer wird), umso eher werden Neuigkeiten und Informationen eben über das soziale Netzwerk der Freunde (und nicht mehr über eine Google-Suche) aufgenommen: Informationen von Freunden sind interessant, relevant und vertrauenswürdig - womit das Engagement in den (richtigen) Social Media in Zukunft auf der Agenda jeder Unternehmenskommunikation stehen muss!

Und jetzt wieder Deine Website!

Doch ein Engagement in all den Social Networks, in denen man aufgrund einer Zielgruppenanalyse (potenzielle) Kunden und Multiplikatoren vermutet, sollte nur den Anfang des Social Media Engagements jedes Unternehmens darstellen. Letztlich gilt es, den eigenen Unternehmensauftritt an die Online-Kommunikation im Jahre 2009 anzupassen: Socialize Your Website!

Doch: Was bedeutet das? Welche Varianten bieten sich hier an? Mehr dazu in einem weiteren Posting…

2 Kommentare bisher

Sascha sagt:
07.07.2009 um 09:47h

Wunderbarer Artikel!

Glasklar rüber gebracht! Das kann man theoretisch direkt für die Aufklärung der Rückständigen Kunden verwenden!

Gruss
Sascha

Bastian Scherbeck sagt:
07.07.2009 um 12:10h

Danke für die Blumen ;-)

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